Heiraten, einbürgern, ein Kind anmelden, eine Rente beantragen oder ein Studium aufnehmen: Früher oder später verlangt fast jede deutsche Behörde eine Geburtsurkunde. Wer im Ausland geboren wurde, braucht diese Urkunde in der Regel auf Deutsch, und zwar nicht irgendwie übersetzt, sondern in beglaubigter Form.
Eine falsch übersetzte oder nicht anerkannte Geburtsurkunde kann ein ganzes Verfahren um Wochen verzögern. Mit etwas Vorbereitung lässt sich das vermeiden. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt, wenn Sie Ihre Geburtsurkunde übersetzen lassen.
Warum eine einfache Übersetzung nicht reicht
Standesämter, Ausländerbehörden, Gerichte und Universitäten akzeptieren in aller Regel nur Übersetzungen von öffentlich bestellten oder beeidigten Übersetzern. Diese Übersetzer sind bei einem Landgericht oder Oberlandesgericht ermächtigt und bestätigen mit Unterschrift und Stempel, dass die Übersetzung vollständig und richtig ist.
Eine Übersetzung durch Verwandte, Bekannte oder ein Online-Tool wird dagegen fast immer abgelehnt, selbst wenn sie inhaltlich korrekt ist. Es geht hier nicht nur um Sprache, sondern um Rechtssicherheit.
Was genau übersetzt wird
Übersetzt wird die gesamte Urkunde, nicht nur die wichtigsten Angaben. Dazu gehören auch Stempel, Siegel, Randvermerke, handschriftliche Ergänzungen und Hinweise auf der Rückseite. Nicht lesbare Stellen werden als solche gekennzeichnet. Der Übersetzer darf nichts weglassen und nichts interpretieren, was nicht im Original steht.
Am Ende steht der Bestätigungsvermerk, mit dem der Übersetzer die Richtigkeit bescheinigt. Die Übersetzung wird in der Regel mit einer Kopie des Originals fest verbunden.
Namen richtig schreiben
Besonders heikel sind Namen aus Sprachen mit anderen Schriftsystemen, etwa Arabisch, Russisch, Ukrainisch, Griechisch oder Chinesisch. Für die Übertragung gibt es Normen, doch entscheidend ist in der Praxis meist die Schreibweise im Reisepass. Weichen die Namen in Urkunde, Pass und Übersetzung voneinander ab, gibt es Rückfragen.
Legen Sie deshalb immer eine Kopie des Reisepasses bei und weisen Sie den Übersetzer auf die gewünschte Schreibweise hin. Gute Übersetzer vermerken die Transliteration nach Norm und die Passschreibweise gemeinsam, wenn das sinnvoll ist.
Apostille und Legalisation
Neben der Übersetzung verlangen Behörden häufig einen Nachweis, dass die ausländische Urkunde echt ist. Für Staaten des Haager Apostilleübereinkommens genügt eine Apostille, die im Ausstellungsland angebracht wird. Für andere Staaten ist eine Legalisation durch die deutsche Auslandsvertretung nötig. Informationen dazu finden Sie beim Auswärtigen Amt.
Wichtig ist die Reihenfolge. Die Apostille wird zuerst auf dem Original angebracht und anschließend mitübersetzt. Wer erst übersetzt und dann die Apostille besorgt, zahlt unter Umständen zweimal.
Mehrsprachige Geburtsurkunde als Alternative
Aus vielen europäischen Ländern können Sie eine mehrsprachige oder internationale Geburtsurkunde nach dem CIEC-Übereinkommen anfordern. Diese enthält Feldbezeichnungen in mehreren Sprachen und wird von deutschen Behörden oft ohne Übersetzung akzeptiert. Seit einigen Jahren gibt es zudem mehrsprachige Formulare der EU, die als Übersetzungshilfe dienen.
Fragen Sie bei der zuständigen Behörde nach, ob ein solches Dokument ausreicht. Das kann Zeit und Kosten sparen.
Was kostet die beglaubigte Übersetzung einer Geburtsurkunde
Die beglaubigte Übersetzung einer Geburtsurkunde kostet je nach Sprache, Umfang und Lieferzeit meist einen überschaubaren Betrag, oft als Pauschalpreis pro Dokument. Seltene Sprachen, schwer lesbare Handschrift oder Eilaufträge erhöhen den Preis. Die Beglaubigung selbst ist in seriösen Angeboten meist bereits enthalten.
Häufige Sprachen und besondere Fälle
In Deutschland werden besonders oft Urkunden aus der Türkei, Polen, Rumänien, Syrien, Russland und der Ukraine übersetzt. Viele Familien, die aus der Ukraine gekommen sind, benötigen gleich mehrere Dokumente. Ein erfahrener Übersetzer Ukrainisch Deutsch kennt die typischen Formulare und kann ältere sowjetische Urkunden, die teils auf Russisch ausgestellt wurden, korrekt einordnen.
Auch englischsprachige Urkunden aus den USA, Großbritannien, Indien oder Australien kommen häufig vor. Hier ist ein erfahrener Englisch Übersetzer gefragt, der die Unterschiede zwischen Short Form und Long Form Birth Certificates kennt.
Wie lange dauert es
Für gängige Sprachen ist eine beglaubigte Übersetzung meist innerhalb weniger Werktage fertig. Hinzu kommt der Postversand, denn die Behörde möchte in der Regel das Papierexemplar mit Originalstempel sehen. Planen Sie deshalb einen Puffer ein, besonders wenn ein Termin beim Standesamt oder eine Frist der Ausländerbehörde ansteht. Bei seltenen Sprachen oder sehr alten, handschriftlichen Urkunden kann es etwas länger dauern.
Online beauftragen, per Post erhalten
Sie müssen nicht persönlich in ein Übersetzungsbüro gehen. Meist reicht ein gut lesbarer Scan oder ein Foto aller Seiten. Die beglaubigte Übersetzung kommt anschließend per Post, auf Wunsch auch vorab als PDF. Einige Behörden verlangen, dass Sie das Original zusätzlich vorlegen, deshalb sollten Sie es nie aus der Hand geben.
Checkliste vor der Bestellung
- Welche Behörde verlangt die Urkunde, und in welcher Form?
- Ist eine Apostille oder Legalisation erforderlich?
- Reicht eventuell eine mehrsprachige Urkunde?
- Liegt der Reisepass zur Klärung der Namensschreibweise bei?
- Sind alle Seiten, auch Rückseiten, gescannt?
Der einfache Weg
Bei PoliLingua können Sie die Übersetzung Ihrer Geburtsurkunde bequem online beauftragen. Beeidigte Übersetzer erstellen die beglaubigte Fassung, die bundesweit bei Behörden eingereicht werden kann, egal ob in Berlin, Hamburg oder Köln.
Fazit
Eine Geburtsurkunde übersetzen und beglaubigen zu lassen, ist kein großer Aufwand, wenn Sie die Anforderungen der Behörde kennen. Klären Sie Beglaubigung, Apostille und Namensschreibweise vorab, dann läuft das Verfahren reibungslos.
